Ich wurde gebeten, doch einmal über meine Bücher, die an der Küste spielen, zu schreiben. Nichts lieber als das. Da es aber ziemlich viele Bücher sind, werde ich nur kurz Stellung zu jedem Buch nehmen und natürlich nicht allzusehr die Handlung verraten!
Ich fange mal mit Theodor J. Reisdorf an! Ein Autor, deren Schreibstil ich eigentlich nicht so gerne habe. Ich habe vor vielen Jahren ein Buch von ihm gelesen, das mir eigentlich nicht gefallen hat - also habe ich es wieder weggelegt. Nach wieder ein paar Jahren habe ich es alledings wieder angelesen und es hat mir dann doch gefallen, vielleicht liegt es daran, dass ich älter geworden bin und die Inseln mehr liebe als damals.
Wie schon geschrieben, der Schreibstil ist immer gleich. Zudem ist mir aufgefallen, dass der Autor irgendwie in seiner Zeit stehengeblieben ist. Er schreibt zwar ein Buch, dass 2010 erschienen ist und auch in der heutigen Zeit spielt, von jungen Leuten... aber dass diese dann aber Namen wie Klaus oder Dieter bekommen, das halte ich doch dann eher für unwahrscheinlich. Justin und Kevin sollten sie zwar ebenfalls nicht heißen, aber ein paar frischere Namen wären doch wünschenswert. Er verwendet häufig die gleichen Floskeln und Phrasen, wie zum Beispiel: "Sie bestellten sich zwei Kännchen Kaffee." und die Spannung ist eher unterschwellig - aber man möchte trotzdem weiterlesen, schließlich will man wissen, wie es weitergeht. Wasas ich an diesen Büchern mag, ist dass sie am Meer spielen. Häufig jedenfalls. Reisdorf kann nämlich eine Stimmung vermitteln, die mich im Kopf sofort in die Küstenregion reisen lässt. Wenn Reisdorf seine Charaktere in Norddeich spazieren lässt und beschreibt, wie der Wind um die Nase weht oder wie ein Kaffee getrunken wird, während man auf die Inseln schaut - dann wird mir gleich ganz muckelig um's Herz! Dadurch besticht Theodor J. Reisdorf. Ich habe nicht jedes Buch von ihm gelesen - er schreibt schließlich wie am Fliesband, aber obwohl ich weiß, dass mir viele Sätze bekannt vorkommen werden, greife ich trotzdem zu ihnen. Dann müssen die Bücher ja irgendwas an sich haben, oder?
Von Reisdorf empfehle ich:
- Inselmorde (Wenn ich mich richtig erinnere sind hier drei Bücher in einem Band - die Handlung spielt am Meer und es hat mir dann doch Spaß gemacht in die Stimmung einzutauchen)
- Letzter Törn nach Spiekeroog
- Der Tote im Maisfeld
- Friesenhochzeit
- die Tote vom Nordstrand
- Nebeltod auf Norderney
- Friesische Todessinfonie
Enttäuschend hingegen waren:
- Mord in Norddeich (Ich glaube bei diesem Buch spielt sich der Hauptstrang eher in Hamburg ab. Hat mich eher nicht so begeistert, schließlich möchte ich am Meer sein)
- Letzte Ausfahrt Ostfriesland (Dieses Buch hätte eigentlich einen anderen Titel verdient. Das Buch spielt überall, nur nicht in Ostfriesland. Lediglich die Hauptperson kommt daher und man erfährt am Anfang und zum Schluss einen kurzen Eindruck. Ansonsten sind wir eher in Berlin oder irgendwo auf den sieben Weltmeeren. Nicht gut!)
Theodor J. Reisdorf sollte also nur derjenige lesen, der keine große Literatur und nervenzerreißende Spannung erwartet. Trotzdem lesenswert, da die Bücher von ihrer Stimmung am Meer leben.
Als nächstes stelle ich euch Annegret Held - das Zimmermädchen vor. Ein Buch, das mit Spaß gemacht hat. Es spielt auf einer Insel und hat auch noch eine Liebesgeschichte dabei, was möchte man mehr an einem warmen Sommertag im Strandkorb?
Wie der Titel vermuten lässt geht es um ein Zimmermädchen, das auf Langeoog arbeitet und wie es Zimmermädchen nun mal so halten, Tag für Tag Betten bezieht und Zimmer putzt. Während ihrer Freizeit genießt die Hauptperson Carla die Dünen und die Schönheit der Insel. Irgendwann kommt dann ein Ärztekongress auf die Insel und ihr könnt euch vorstellen, was nun kommt. Die Storyline ist nicht oscarverdächtig, aber für Entspannung zwischendurch doch geeignet.
Die Autorin hat einen flotten und kecken Schreibstil und vermittelt durchaus Witz. Kritiker haben an diesem Buch bemängelt, dass es sich hier eher um einen "Dreigroschenroman" handelt, die Story sei leicht zu erkennen und man hätte doch viel mehr aus einer friesischen Pension der achtziger Jahre machen können. Das kann durchaus sein, andererseits erwarte ich doch nicht einen Roman, der potenziell für den Literaturnobelpreis ausgerufen wird.
Für mich kam das friesische Flair und die "Langeweile" - also enstpannte Stille - durchaus rüber.
Nun Gabrielle Engelmann - Inselzauber! Ein Lieblingsbuch!
Schon bevor ich dieses Buch gelesen habe, war ich begeistert - und die Frauen unter uns können das bestimmt bestätigen! Denn schon die Covergestaltung ist klasse - und gefühlsecht! Das Buch sieht im Prinzip aus wie eine friesische Tasse und ist mit Stoff bezogen. Es ist schwierig zu beschreiben, aber sobald man es in der Hand hält - was definitiv jeder dieser Leser hier tun sollte - weiß man, wovon ich rede!
Die Story ist schnell angerissen, es geht um eine Frau, Lilly, die auf die Insel Sylt zurückkehrt. Der Liebe wegen. Dort hilft sie ihrer Tante Bea im Bücherladen und trifft dort auf Nele - Weiteres muss selbst gelesen werden! Nur soviel: Inselflair, Liebe und Freundschaft kommen nicht zu kurz!
Das Buch ist sehr schön geschrieben, man kann sich sofort auf die Insel versetzen und da ich selbst noch nie auf Sylt war, habe ich meine Gedanken einfach auf eine andere Insel projeziert - ihr wisst schon wohin ;-)
Seitdem ich dieses Buch gelesen habe, möchte ich auch gern so etwas haben, wie die beiden Protagonistinnen aufbauen. Hund, Häuschen, Bücher und Tee (und zudem noch ein netter, gutaussehender Mann). Da das natürlich nur eine fiktive Geschichte ist und die Realität um Vieles schwieriger gestaltet ist, bleibt es wohl auch nur ein Traum. Außerdem gibt es auf Wangerooge schon einen Bücherladen ;-)
Toll ist, dass Gabrielle Engelmann alle Charaktere, Orte, Jahreszeiten dermaßen genau und nachfühlbar beschreibt, dass man sich selbst auf der Insel wähnt und der Meinung ist, man sei selbst im Geschehen. Natürlich ist auch das hier wieder eine leichte Lektüre, aber es handelt sich nun mal um Urlaubslektüre. Wenn ich mich entspannen will, dann lese ich keinen Schiller oder keine Herta Müller.
Gabrielle Engelmann - Inselzauber! Ein Buch für alle Jahreszeiten und umbedingt empfehlenswert! Wer Tipps für ein ähnlich gutes Buch hat, einfach melden!
Natürlich war ich der Hoffnung, dass Engelmann im Fließband tolle Bücher produziert. Also kaufte ich mir auch Gabrielle Engelmann - Wolkenspiele. Ein ähnlich gutes Buch, aber völlig anders. Während Engelmann im "Inselzauber" vor allem den Alltag einer Buchhändlerin beleuchtete, geht es hier um Amrum und eine Schriftstellrin, Anna, die das Leben der Künstlerin Charlotte Mommsen niederschreiben möchte. Dabei trifft sie natürlich auf den sympathischen Fotografen Paul. Aber sie trifft auch auf einige Gestalten, die nicht ganz "koscher" sind und ein Geheimnis zu haben scheinen.
Wieder ein Roman, der sich super für gemütliche Abende eignet. Leichte und lockere Lektüre, die aber leider von ihrer Qualität nicht ganz an Inselzauber herankommt. Die Geschichte leidet leider sehr darunter, dass Anna - immerhin schon Anfang 40, eher unmotiviert und selbstmitleidig ist und ihrer neuen Beziehung zu Paul einmal mehr mit sehr viel Misstrauen entgegensieht. Zudem gibt es ziemlich viele Erzählstränge, die für den Umfang dieses Buches einfach zu viel ist. Das Buch würde von der Geschichte her Raum für viele Bücher geben. Engelmann wäre besser beraten gewesen, aus diesem Buch drei weitere Bücher zu spinnen. Irgendwann denkt man sich nämlich "Das kann doch jetzt wirklich nicht wahr sein - und noch ein schwarzer Fleck!"
Dennoch: Schlecht ist das Buch nicht. Man fühlt sich beim Lesen einfach wohl und ähnlich wie im eben beschriebenen Roman, fühlt man sich wie selbst auf der Insel. Mir geht es bei der Lektüre vor allem um diese vermittelte Stimmung. Am Besten man liest das Buch selbst und mach sich sein eigenes Bild. Interessant und unterhaltend ist es allemal.
Die nächste Buchvorstellung beschäftigt sich mit Tania Kretschmar - die Wassergärtnerin. Ein Buch, über das ich zwiespältig denke. Die Hauptfigur Tinke ist Gärtnerin und hat auf Langeoog in der Gärtnerei ihrer Eltern gearbeitet, verlässt die Insel dann aber Richtung Berlin und lernt eine Menge interessante Leute und Geschichten kennen - und wird zur Blumenguerilla. Das Buch besticht durch die Liebenswürdigkeit der Protagonistinnen. Ich hätte es aber lieber gehabt, wenn das Buch hauptsächlich auf Langeoog gespielt hätte - über Berlin will ich nichts wissen.
Dora Heldt - Urlaub mit Papa. Von wahrscheinlich Einigen von euch bereits gelesen, deshalb nur ein kurzer Eindruck. Die Rezensionen und Kritiken zu diesem Roman sind zwiespältig. Entweder man liebt es, oder man hasst es. Ich liebe es! Ich liebe einfach alles an diesem Buch - generell alle Bücher von Dora Heldt, die sich um Christine, Sylt, Norderney und ihrem Vater beschäftigen. Die Charaktere sind so liebenswert beschrieben und die Handlung so keck, dass man am liebsten selbst dabei sein möchte. Ich würde so Einiges geben, um selbst in der zu renovierenden Pension zu sein. Wirklich lesenswert - deshalb will ich einfach nichts vorweg nehmen!
Ähnlich verhält es sich mit den beiden weiteren Romanen Tante Inge haut ab und Kein Wort zu Papa. Definitiv meine Lieblingsbücher! Lustig, emotional und einfach Insel!
Nun der abgefahrene Roman von Michael Gantenberg - Zwischen allen Wolken. Ich habe das Buch vor allem gekauft, weil ich gehofft hatte, auf eine tolle Geschichte am Meer zu treffen. Meer stimmt zwar - eine Insel namens Nördrum (schon mal ein Name, der Knoten in die Zungen bastelt), aber toll ist was anderes. Schon nach einem Viertel des Buchs was ich einfach nur genervt. Das kann doch nicht wahr sein - bei einer fiktionalen und fiktiven Geschichte kann ja so einiges passieren - aber da schreibt man doch nicht so herzlos und keck über den Tod des Bruders, der dann als Geist erscheint. Und zu alledem noch eine bekloppte Ente, die eigentlich ein Leitmotiv sein soll, aber einfach nur nervt und zum Ersatzbruder wird. Nein, bitte nicht! Es mag an mir liegen, dass ich so einer Thematik eher ernsthaft gegenüber stehe und darin einfach keinen Humor stehen kann, aber ich finde, das gehört sich einfach nicht. Kritiken sprechen von "Leichtigkeit", ich spreche von "Respektlosigkeit". Man möchte zwar einen fürchterlich lustigen Roman produzieren, bei mir löste er diese Emotion aber nicht aus. Ich bin gespannt, wie eure Reaktionen auf diesen Roman ist.
Um sich nicht weiter zu ärgern, fahre ich mit einem Krimi fort (bisher gab es ja nur leichte Lektüre, in der die Liebe und Freundschaft eine vorrangige Rolle spielte), dass mich wieder gut unterhalten hat, nämlich Hardy Pundt - Deichbruch. Dieses Buch spielt hinter'm Deich der Leybucht. Der Protagonist und Landwirt Wiard Lüpkes erkennt nach einem Herbststurm, dass etwas bei'm Deichbau nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Zusammen mit seinen zwei sehr kerningen Freunden geht er der Sache auf den Grund. Ein Buch, bei dem man neben den Trinkgewohnheiten, auch noch sehr viel über den Deichbau lernt. Ich konnte mich sehr gut in die Stimmung hineinversetzen und war fast dabei, als der Herbststurm am Deich rüttelte. Pundt beschreibt in seinem Erstlingswerk die Lebensart und die (vermeintlichen) Charakterzüge der Norddeutschen fabelhaft geradlinig und klar, auch plattdeutsche Einschübe fehlen nicht. Ich hätte gern noch viel mehr über Wiard, seine Familie und sein Leben erfahren und wäre gerne noch länger dabei geblieben. Aber wie jedes Buch, hatte auch dieses hier ein Ende.
TIPP: Nun zu einem meiner Lieblingsautoren, dessen Krimis ich verschlinge! Klaus-Peter Wolf! Bereits sind fünf Ostfriesenfälle rund um die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen erschienen und sie sind wunderbar! In Ostfriesenkiller, Ostfriesenblut, Ostfriesengrab, Ostfriesensünde und Ostfriesenfalle geht es wunderbar spannend zu. Die Kommissarin wächst einem schon im ersten Teil sehr ans Herz und die Bücher sind dermaßen spannend gelesen, dass man nicht aufhören kann sie zu lesen. Die Storyline ist nicht voraussehbar und für mich schreibt Wolf die besten Krimis, die an der Küste spielen. Klaasen wohnt wie der Autor in Norden, in einer süßen kleinen Siedlung, in der man selbst gerne wohnen würde. Wenn die Kommissarin einmal den Kopf frei bekommen möchte, dann trinkt sie entweder zwei Schnäpse, die stehts im Kühlfach vorbereitet sind, oder sie fährt nach Norddeich und lässt sich den Kopf freipusten. Ich möchte von den Handlungen gar nichts vorweg nehmen, aber ich empfehle jedem Leser dringend die Lektüre dieser Bücher! Ich freue mich jetzt schon auf das Frühjahr, in dem das neue Buch erscheint!
Historischer geht es in Olaf Schmidts - Friesenblut zu. Das Buch spielt auf Föhr und geht um den Kunsthistoriker Anselm, der eine Arbeit für die Uni schreiben möchte und sich dem Maler Oluf Braren widmet. Auf Föhr geboren, aber dann in Süddeutschland studiert, kehrt Anselm zurück auf die Insel, um sich ein Werk von Braren anzuschauen, das aber dann sofort wieder verschwindet. Ein Geheimnis, das gelöst werden muss. Und natürlich tritt Anselm einigen Leuten auf die Füße, die ihn auf der Insel nicht haben wollen! Toll an dem Buch ist, dass es immer historische Einwürfe hat, in denen er die Geschichte Föhrs erläutert und auch zurück zu den Wurzeln geht. Es geht um die Entscheidung der Insulaner die Zugehörigkeit ihrer Insel zu bestimmen - Dänemark, Deutschland? Auch die Zeit um den Zweiten Weltkrieg wird thematisiert. Wer sich also für Geschichte und Spannung interessiert, der wähle dieses Buch!
Sandra Lüpkes - Die Inselvogtin schreibt ebenfalls im historischen Genre und erzählt die Geschichte einer jungen Frau auf Juist, die sich so manchem Hindernis gegenüber sieht und alles nur, weil sie eine Frau ist! Es geht um den Freiheitskampf einer jungen Frau, die durch herausragende Ideen versucht ihre Insel zu retten. Denn immerwieder wird Juist durch harte Sturmfluten heimgesucht, die die Insel zerreißen! Juist ist schließlich eine schmale Insel. Doch Maikea ist eine Frau - Intrigen und Eifersuchtsdramen spielen sich ab und der Leser (jedenfalls der weibliche) ist ungläubig, wieso die Männer nicht einfach erkennen, dass Maikea Ideen hat, die die Insel retten würden. Eine Geschichte, die wirklich toll und emotional ansprechend ist. Lesenwert!
Ulrike Barow - Baltrumer Dünengrab hat mir Spaß gemacht. Diese Lektüre ist sehr leicht und locker. Dennoch spannend. Da die Handlung im Winter spielt und so eine ganz besondere Stimmung entsteht und man selbst einen Inselwinter erlebt hat, fühlt man sich gleich doppelt eingefangen! Ich möchte gar nicht viel zur Handlung verraten, nur so viel: Ein junger Schriftsteller im Schreibloch kommt auf die Insel und erfährt mehr als ihm lieb ist. Tee aufgebrüht und ab in die Buchhandlung!
So und nun explizit zu den Romanen, die auf Wangerooge spielen.
Zu allererst ist da von Wolfgang Bellmer - schöne Grüße von Olga. Für mich war das der erste Krimi, bzw das erste Buch, das auf Wangerooge spielt. Also habe ich auch vor einem Hardcover, das im Urlaub sicherlich eher unpraktisch ist, und dem entsprechenden Preis kein Halt gemacht - und das war eine gute Entscheidung! Dieses Buch ist sehr mitreißend und beim nächsten Wangeroogebesuch oder währenddessen, habe ich bei Spaziergängen immer wieder gedacht "Stimmt, hier muss er mit seinem Rad langgefahren sein". Dieses Buch ist sehr geheimnisvoll und zeitweise kommt man mit den ganzen Irrungen und Wirrungen gar nicht mit. Aber man möchte immer wissen, was nun passiert. Verschiedene Charaktere müssen mit ihrem Schicksal kämpfen und das passiert spannend und interessant! Aber auch teilweise sehr schleppend und verwirrend.
Wieder einen historischen Roman liefert Jutta Oltmanns - Das Geheimnis der Inselrose. Dieser Roman ist anders als die Inselvogtin eher auf eine Romanze ausgelegt, die viele Hürden und Hindernisse überbrücken muss, ehe sie ihren Frieden findet. Eine junge Frau kommt "in Stellung" nach Wangerooge und trifft dort auf Jeels, dessen Mutter ein Geheimnis hat. Das muss gelüftet werden. Schön an diesem Buch ist, dass man sich so sehr gut vorstellen kann, wie es mit der Seebadeanstalt Wangerooge angefangen hat und man kann sich auch sehr gut vorstellen, welche Klientel auf der Insel urlaubte. Und vor allem, wie die Insulaner damit umgegangen sind. Ich persönlich bin trotz Geschichststudium nicht der größte Fan von historischen Romanen, aber lesenswert ist dieser Roman dennoch.
Regine Kölpin - Otternbiss. Ein Inselkrimi. hat mir da schon besser gefallen. Erstmal spielt dieser Roman nicht im 19. Jahrhundert, sondern in der Neuzeit. Leider ein dünnes Buch, das ich sehr gerne länger gehabt hätte. Kommissar Rothko wird sofort ins Herz geschlossen. Im Groben geht es um ermordete Kinder im Osten der Insel. Da man selbst sehr oft dort spazieren geht, kommen einem die beschriebenen Bilder gleich viel plastischer und realer vor und gerade wer den Seenebel schon mal selbst erfahren hat, weiß wie tückisch er sein kann. Maria hat sowas auch am eigenen Leibe erfahren, als sie als Betreuerin einer Jugendgruppe auf der Insel weilte. Ein Junge verschwand im Nebel, seitdem plagen Maria Gewissensbisse und Depressionen. Als wieder ein Junge verschwindet, kommt Maria zurück! Das Tolle: Man kann alles nachvollziehen und selbst abgehen. Eine spannende, mitreißende Pflichtlektüre für den Urlaub oder für dunkle Herbstabende!
Ein weiterer Krimi, der auf Wangerooge spielt ist wieder von Regine Kölpin geschrieben. Regine Kölpin - Muschelgrab erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die auf Wangerooge nie ihren Frieden finden konnte und so schnell sie konnte das Inselland verließ. Als dann ihre Mutter stirbt kehrt sie zurück und stößt auf ein Familiengeheimnis, das ihr fortan keine Ruhe lässt. Die gestörte Ruhe bringt einige andere Inselbewohner in Aufruhr. Es muss unbedingt geschwiegen werden! Siri macht sich auf die Suche nach ihrer Identität.
Ein ebenfalls mitreißendes Buch, das ein düsteres Geheimnis birgt. Toll zu lesen und spannend! Und immer wenn ich auf der Insel zu Spaziergängen aufbreche und an einigen beschriebenen Orten vorbei komme, denke ich an diesen Roman. Lesenwert!
Barbara Wendelken - Tod an der Blauen Balje ist ein Buch, das mir letzten Sommer die Stunden versüßt hat. ein Buch, von dem man nicht ablassen kann. Ein schon lang vergangener Unfall - oder war es ein Verbrechen - wird wieder aufgerollt. Ein alter Bekannter kommt zurück auf die Insel und bringt alles durcheinander. Schweigen wird gebrochen. Gerrit Rennrodt ermittelt.
Ein Wangerooge-Krimi der wirkliche Spitzenklasse ist! Ich liebe dieses Buch und hätte auch hier etliche Seiten nach Ende weiterlesen können, denn die Hauptcharaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen. Und die Insel in ihren verschiedenen Stimmungen zu lesen war wirklich gelungen. Vor allem denjenigen, die am Wattenmeer ihre Residenz aufschlagen (Ute, ich denke and ich!) müsste die Ferienwohnung der Marit Hansen bekannt vorkommen. Ich fühlte mich in diesem Krimi eingefangen und konnte ihn nicht loslassen, ehe die letzte Seite verschlungen war! Für mich einer der besten Wangerooge-Krimis!
Hauptkommissar Martin Trevisan jagt einen Serienmörder. In Ulrich Hefners - der Tod kommt in schwarz-lila wird beeindruckend ermittelt und spannend erzählt. Wird Trevisan den Mörder fassen? Hat er eine Chance? Hefner erzählt beeindruckend aus Perspektive des Kommissars, aber lässt auch den Mörder nicht aus dem Blick. Mitreißend - empfehlenswert!
So ihr Lieben! Das ist nun viel Lesestoff - im doppelten Sinne - ich hoffe, ich konnte jedem Buch gerecht werden und ihr seid für den nächsten Bücherkauf inspiriert!